So langsam wird es …

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Quentin, wie findest du denn das Lametta?

 

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Ahhh – ja, so kann man das lassen!

 

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aber fehlt da nicht so etwas wie eine Spitze? hm…

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Kürbisernte

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Anna-Lena und Ferdi sind heute noch mal eben aufs Feld gegangen, da lagen noch ein paar Kürbisse herum, die sie mitnehmen wollten.

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Aber so ganz zufrieden scheinen sie nicht zu sein, da hinten ist doch auch noch irgendwas. Wo sehen sie bloß hin? Na, vielleicht war da nur ein Reh …

 

 

Die ganze Trollgeschichte

Als ich begann, Trolle herzustellen, schwebten mir drei Jungs vor. Ich weiß nicht, woher dieses Bild kam, es war einfach ungreifbar vor meinem inneren Auge vorhanden. Und so nähte ich also mit Begeisterung drei Trolle.

Aus unklaren Vorgaben entstanden zwei Köpfe, die in der Größe überhaupt nicht zu den übrigen Körperteilen passen wollten. Ich ließ sie liegen. Und dann hatte ich auch noch zwei Beine hergestellt, die auf wundersame Weise zu lang waren für den Troll, der gerade am Entstehen war. Ich ließ auch die Beine noch liegen und arbeitete zwei kürzere. Und als ich dann sozusagen versehentlich einen Körper gemacht hatte, dessen tatsächliches Ausmaß erst nach dem Ausstopfen sichtbar wurde, musste ich den auch noch liegenlassen, weil der Kopf des Trolls, der bereits fertig war, einfach nicht zum Körper passte. Aus diesen versehentlich gemachten Teilen entstand ein weiterer Troll, völlig überraschend für mich und nicht bewusst beabsichtigt. Er bzw. sie kam in diese Welt, weil sie es wollte, so war mein Eindruck.

Mit den Namen verhielt es sich ähnlich. Sie waren einfach irgendwann da, schwirrten in meinem Kopf herum, tauchten immer wieder auf, bis ich verstand, dass es der Name des Trolls sein sollte, der gerade am entstehen war. Von dem Augenblick an schwirrte nichts mehr in mir herum, es hatte seinen Platz gefunden. Ich habe mir wirklich nicht gewünscht, einen Troll namens Nemo oder Quentin zu haben. Die Namen, die mir gefallen hätten, wären andere. Aber mir scheint, jeder dieser kleinen Kerle hat seinen eigenen Charakter, seine eigene Energie und natürlich einen dazu passenden Namen. Namen sind Ausdruck der Energie eines Wesens.

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Nemo bei der Ernte

Aufgrund der Tatsache, dass sich jedes dieser „Wesen“ auf ganz eigene Weise zeigt, zum Beispiel habe ich Karlchen im Traum erlebt, in dem er mir noch schnell mit auf den Weg gab, dass er sich rote Schuhe wünschte … und einen roten Schlips…. neige ich zu der Annahme, dass es sich durchaus um lebendige Wesen handelt. Nicht in dem Sinn, wie wir lebendig definieren, nämlich aus Fleisch und Blut, sondern lebendig in dem Sinn, dass auch wenn der Körper aus Stoff ist, es sich dennoch um eine lebendige Schöpfung handelt, die auf einer anderen als der materiellen Ebene durchaus Verstand und einen Willen hat. Das Zusammenspiel zwischen mir und diesen Schöpfungen ist es, was mir wirklich Freude macht, und Spaß, Lust am Schaffen, Kreieren und damit herumspielen vermittelt. Ich kann das nicht wirklich beschreiben, was da in mir passiert, wenn ich meine Schöpferlaune auslebe.

Kürzlich summte ich ein Liedchen vor mich hin, da legte sich ein zweites Lied drüber. Eine sehr eigenartige Erfahrung, wenn man zwei verschiedene Lieder im Kopf hört! Das zweite Lied war ein uralter Song von Harry Bellafonte: „Ein Loch ist im Eimer, oh Henry…“ Mir wurde plötzlich glasklar bewusst, dass es dabei um den Namen Henry ging. Ein weiterer Troll hatte sich auf diese Art angemeldet. Ein Henry wollte in meinem Spiel mitmischen. Doch vorerst wollte ich Nemo neue Beine machen, die er auch beugen kann. Die Vorlage sah Draht in den Beinen vor. Nemo, als erster entstanden, war genau nach Vorlage hergestellt. Bei dem zweiten, Quentin, war ich schon freier und habe die steifen Beine durch biegsame „Knochen“ ersetzt. Also sollte Nemo auch solche bekommen, damit wir endlich mit unserem Projekt, einem Fotobuch, beginnen konnten. Doch wie eigenartig, nachdem die Beine fertig waren, nähte ich gleich die Schuhe und danach erst war Anprobe. Wie sich herausstellte, waren die Beine eindeutig zu lang für Nemos zartes Körperchen. Ich musste noch einmal neu beginnen und kürzere Beine machen.
Wieder einmal konnte ich daran erkennen, wie trickreich diese Aspekte von mir sind. Ohne nachzudenken, ohne anzupassen habe ich Beine mit Schuhen gemacht und dann erst feststellen müssen, dass sie zu lang sind. Es sind Henrys Beine, er wollte schneller als ich es vorhatte, zu einem Körper kommen…

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Henry

Nun, ein anderes Projekt kam dazwischen, das sollte erst einmal fertig werden. Dann, tagelang, immer wenn ich daran denke, welche Augenfarbe Henry wohl haben will (das wird mir über das Gefühl vermittelt), suchte ich vergeblich nach dem Namen Henry. Aber immer und immer wieder kam mir Ferdinand in den Sinn. Das ging eine gute Weile so, es hat mich wahnsinnig irritiert, denn ich war mir sicher, dass der kommende Troll Henry heißen möchte. Warum kommt mir immer Ferdinand in den Sinn? Gestern also grübelte ich darüber nach, was es mit Ferdinand wohl auf sich haben mag, da durchfuhr es mich: Ferdinand drängelt, es handelt sich um NOCH EINEN Troll, der in diese Welt drängt. Ferdinand möchte noch vor Henry kommen!
Ich empfinde Henry als einen sehr sanften Typ, sehr ruhig, ausgeglichen, freundlich… Ferdinand dagegen ist durchsetzungsfähig, das habe ich an seiner Quengelei gemerkt. Er hat mich solange genervt, bis mir klar war, dass Ferdinand ein weiterer Troll ist, der zuerst kommen will. Seit dem ist Ruhe, ich brauche nicht mehr nach dem Namen Henry zu suchen und plötzlich ist mir auch klar, dass Ferdinand nicht der braunhaarige Typ sein wird (das ist Henry), sondern dass er sich sogar bereits seine Kleidung ausgesucht hat. Ich habe einen petrolfarbigen Pullover herumliegen aus dünnem Wollstoff. Dazu noch Stoff für eine schwarze Hose. Ich hatte überlegt, ob das zu Henry passen könnte, aber es wollte nicht wirklich hinkommen. Henry wird braunes Haar haben, irgendwie will das nicht mit diesem Pullover zusammengehen… Ferdinand dagegen hat eindeutig schwarzes Haar (es fühlt sich absolut richtig an – ich gehe dabei nur nach meinem Gefühl) und grüne Augen. Dazu passt der Pullover hervorragend. Ich habe neulich noch Haare und Augen bestellt, hoffentlich werden sie beide heute geliefert!

Ferdi mit der Klampfe

Ferdi mit der Klampfe

Jetzt bin ich unheimlich gespannt drauf, wie Ferdinand wohl aussehen wird. Ich scheue mich fast, das Gesicht zu gestalten, weil erst dadurch der Charakter vollends sichtbar wird. Und ich schmeiße keinen Kopf weg, weil irgendwas daran nicht so aussieht, wie ich es gern hätte. Ich nehme es so, wie es unter meinen Fingern mit viel Gefühl entsteht. Und genau das ist dann auch die Persönlichkeit des kleinen Wichtes.

Bis jetzt sieht Ferdi noch aus wie ein Zombie oder ein Alien. Doch der Kopf sitzt bereits an der richtigen Stelle, die Arme und Beine müssen nur noch befestigt werden…
Jetzt kommt die spannendste Stelle des Entstehungsprozesses. Obwohl… auf einer anderen als der irdischen Ebene sind sie ja bereits alle da. Und je nach ihrer Persönlichkeit drängen sie mehr oder weniger schnell hier herein.

Jetzt also erst mal Ferdi, dann Henry…

Und inzwischen hat sich ein Romeo (Opi genannt) angemeldet. Kopf, Rumpf und Arme sind fertig, es fehlten die Beine…

Hausbesuch

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Also, in Blumentöpfen findet man ja manchmal auch Samen…. Ich kann alles gebrauchen. Mein Rucksack ist noch lange nicht voll. Und die Menschen – na ja, die merken gar nicht, dass ich da war. Ist das nicht klasse? Ich meine, wenn du woanders einen Besuch machst, bist du nicht zu übersehen. Ich aber gehe unbemerkt ein und aus. Vielleicht besuche ich dich auch einmal…